Zukunftsprojekt Wald: Zistersdorf setzt auf nachhaltige Bewirtschaftung und Klimafitness

Wald Zistersdorf Eichhorn

In der Gemeinde Zistersdorf wurde ein zukunftsweisender Waldfachplan auf den Weg gebracht. Unter der fachlichen Führung von Vizebürgermeister Martin Bauer verfolgt die Gemeinde das Ziel, den Wald gleichermaßen als Erholungsraum und als wirtschaftliche Grundlage nachhaltig weiterzuentwickeln.

Wald als Erholungsraum und Wirtschaftsfläche

Der Wald erfüllt in Zistersdorf eine doppelte Funktion: Einerseits dient er der Bevölkerung als naturnaher Erholungsraum, andererseits stellt er eine bedeutende Wirtschaftsfläche dar. Durch eine gezielte und verbesserte Bewirtschaftung soll die regionale Wertschöpfung erhöht werden, ohne dabei ökologische Aspekte aus den Augen zu verlieren.

Im Mittelpunkt des Waldfachplans stehen nachhaltige Forstmaßnahmen, die sowohl wirtschaftliche Effizienz als auch ökologische Verantwortung vereinen. Ziel ist es, stabile und widerstandsfähige Bestände zu schaffen, die den klimatischen Veränderungen standhalten.

Es wurden 2,5 Hektar neuer Jungwald  im Gemeindegebiet Eichhorn/Zistersdorf geschaffen

Ein zentrales Projekt wurde bereits umgesetzt: Auf einer Fläche von 2,5 Hektar wurde im Burgfried Eichhorn bzw. Zistersdorf neuer Jungwald (8.000 Bäume) begründet. Die Aufforstung erfolgte mit Unterstützung des Agrarbezirkbehörde des Landes sowie durch finanzielle Mittel der Gemeinde Zistersdorf. Damit wird aktiv in die Zukunft der regionalen Wälder investiert.

Diese Maßnahme dient nicht nur der Holzproduktion, sondern auch dem langfristigen Erhalt wichtiger Ökosystemleistungen – insbesondere der Sicherung von Wasserressourcen und dem Schutz sensibler Lebensräume. 

Schutz der Jungpflanzen durch Jagdgesellschaften

Um den langfristigen Erfolg der Aufforstung sicherzustellen, wurden die Jungbäume mit Einzelschutz gegen Wildverbiss ausgestattet. Diese Arbeiten wurden dankenswerterweise von der Jagdgesellschaft Eichhorn und Zistersdorf übernommen. Durch die Installation des Einzellverbissschutzes wird gewährleistet, dass sich die jungen Bäume stabil entwickeln können. 

Biodiversität und Klimafitness im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt des Waldfachplans liegt im Erhalt der Artenvielfalt und der Förderung der Biodiversität. Mischbaumarten, standortangepasste Pflanzungen und eine strukturreiche Bestandsentwicklung bilden die Grundlage für einen klimafitten Wald.

Angesichts zunehmender Hitzeperioden, längerer Trockenphasen und extremer Wetterereignisse ist die Anpassung der Wälder an veränderte klimatische Bedingungen unerlässlich. Der neue Waldfachplan trägt diesen Entwicklungen Rechnung und setzt auf resistente Baumarten sowie nachhaltige Bewirtschaftungsformen.

Wasserbau und Hochwasserschutz als Teil der Raumplanung

Ergänzend zum Waldfachplan fallen auch Tätigkeiten des Wasserverbandes in den strategischen Entwicklungsbereich der Gemeinde. Der Rückbau beziehungsweise die ökologische Umgestaltung von Flüssen und Bächen erfolgt unter dem Aspekt des modernen Hochwasserschutzes sowie der naturnahen Gewässerentwicklung.

Ein wesentlicher Bestandteil der Raumplanung ist dabei die Schaffung von Biotopflächen. Durch Renaturierungsmaßnahmen werden Retentionsräume gestärkt und ökologische Ausgleichsflächen geschaffen.

Im Gemeindegebiet werden regelmäßig Entwässerungsgräben saniert und geräumt, Gerinne verbreitert sowie strömungstechnisch optimiert. Diese Maßnahmen dienen nicht nur dem Schutz vor Starkregenereignissen und Überflutungen, sondern verbessern auch die ökologische Qualität der Gewässerstrukturen.

Nachhaltige Entwicklung für kommende Generationen

Mit dem Waldfachplan und den begleitenden wasserbaulichen Maßnahmen positioniert sich Zistersdorf als Gemeinde, die Verantwortung für Natur, Wirtschaft und Bevölkerung gleichermaßen übernimmt. Die Verbindung aus ökologischer Weitsicht, regionaler Wertschöpfung und aktiver Zusammenarbeit aller Beteiligten zeigt, wie moderne Raum- und Landschaftsplanung auf kommunaler Ebene erfolgreich umgesetzt werden kann.

Der Wald bleibt damit nicht nur Erholungsraum, sondern auch ein stabiler Wirtschaftsfaktor – ergänzt durch einen zeitgemäßen Hochwasser- und Gewässerschutz, der langfristig Sicherheit und Lebensqualität garantiert.

 

Verfasser: Martin Weber